Wir alle hinterlassen in der digitalen Welt unsere Spuren, selbst dann, wenn wir nicht daran teilnehmen. Um einen leichten Einstieg in das Thema zu bekommen, möchte ich daher mit einem kurzen Beispiel beginnen. Gehen wir einmal davon aus, wir haben noch nie in unserem Leben irgendeinen Dienst aus dem Facebook-Universum META (Facebook, WhatsApp, Instagram) benutzt und daher auch keine Profile in diesem sozialen Netzwerk. Wir haben aber selbst ein Telefon und einen Freundeskreis, der selbst mindestens einen Dienst von Facebook nutzt. Über die Apps auf dem Smartphone liest nun Facebook die Telefonkontaktliste aus und gleicht diese mit eigenen Beständen ab. Nummern, die jedoch keinem Facebooknutzer zugeordnet werden können, lassen sich dennoch über Netzwerkalgorithmen so verknüpfen, dass Bekanntschaftslisten der Personen untereinander abgebildet werden können. Ist man dann noch auf einer Feier und die Leute machen dort Fotos, auf denen man selbst abgebildet ist und diese werden dann auf Facebook hochgeladen, findet sich rasch irgend ein Spezialist aus dem Bekanntenkreis, der die Leute auf den Bildern auch noch markiert und namentlich zuordnet. Ganz gleich, wie sehr wir auch aufpassen und darauf achten, nicht im digitalen Raum zusehr in Erscheinung zu treten, kann es nicht vermieden werden, dass unkontrolliert Daten erhoben werden.
Natürlich geht die Datenerhebung zu einzelnen Personen noch viel weiter und brisante Details wurden auch durch die Veröffentlichung von Edward Snowden bestätigt. Wir müssen aber gar nicht so weit gehen. Viele unserer Spuren hinterlassen wir unbedacht und diese Informationen sind auch für jedermann öffentlich zugänglich. Das Thema, um das es hier also geht, nennt sich Open Source Intelligence (OSINT) und beschäftigt sich ausschließlich mit Informationen, die öffentlich über soziale Medien etc. zugänglich sind.
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